Bewerbung Sommersemester 2015

Forschende Kunst im öffentlichen Kontext  Masterstudiengang der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Master-Studiengang Raumstrategien / Kunsthochschule Berlin Weissensee Der weiterbildende Master-Studiengang Raumstrategien entstand aus dem Konzept einer architekturbezogenen und künstlerische Praxis im städtischen Raum. Eine zentrale Rolle spielt hier die Disziplin „Kunst im öffentlichen Raum“, die seit der Nachkriegsmoderne einer der wichtigste Austragungsorte zur Diskussion der sozialen Relevanz von Kunst war.

Der Studiengang möchte den Begriff von „Raum“ und den Begriff von „Öffentlichkeit“ neu überdenken. Er fasst dabei den Begriff „Raum“ als virtuellen, globalen und städtischen Raum auf und möchte „öffentlichen Raum“ und künstlerisches Agieren darin mit der Aktualität dieser drei „Räume“ konfrontieren. Er fragt nach den Herausforderungen und der Neubestimmung des „Öffentlichen“ und nach der politischen Verantwortung der/s einzelnen AkteurIn darin, in einer Zeit, in der die globalen Entwicklungen der letzten 20 Jahre das, was wir unter einer gemeinsamen Grundlage von „Öffentlichkeit“ verstehen, weitgehend untergraben haben. Der Studiengang verbindet künstlerisches Arbeiten mit dem Bestehen auf Öffentlichkeit im Sinne der demokratischen Teilhabe an gesellschaftlichen Räumen, an Lebensräumen und an lebenswichtigen Ressourcen.

Angesprochen sind BewerberInnen aus allen künstlerischen und kunstwissenschaftlichen Bereichen, aus Architektur und Stadtforschung und aus kultur-, geistes- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen. Das Studium bietet eine Weiterqualifizierung an der Schnittstelle zwischen künstlerischer Praxis und Diskursen in Feldern wie Kunsttheorie / Kunstkritik, politischer Theorie und Kunstgeschichte, kritischer Stadtforschung, Migrationsstudies oder Automaten- und Computertheorie. Schlagwörter wie Artistic Research, Transdisziplinarität, Intervention, Artistic Curating sollen kritisch hinterfragt werden. In den Blick genommen wird dabei auch die eigene Studienstruktur als Teil eines Prozesses, der Wissen jenem Effizienzgehorsam unterwirft, der es für Arbeitsmärkte anwendbar machen soll, die morgen schon wieder wegrationalisiert werden. Diese Ökonomisierung von Wissen verläuft parallel zur Ökonomisierung von Stadt, und es wird ein spannender Aspekt sein, diese Parallelität zu erforschen – an der Stadt, den virtuellen und globalen Räumen und an uns selbst.

Mit dem erfolgreichen Studium wird der Abschluss »Master of Arts« erworben.

Dozenten: Alice Creischer, Andreas Siekmann: Politische Theorie / Kunst im öffentlichen Raum
Günter Nest: Interkultureller Vergleich
Stephan Mörsch, Gerda Heck: Migration / städtischer Raum
Michael Schwarz: Automatentheorie
Kathrin Wildner: Kritische Stadtforschung