Gründe dass es eine Stadt nicht mehr geben kann

(… und wie daraus ein erweitertes Stadtverständnis werden könnte.)

Wahlpflichtseminar bei Markus Grob

Donnerstag 01.11.12 :
1. Stadtbild Kinderspiele : von Pieter Bruegel, 1560, Kunsthistorisches Museum Wien. Dieses Gemälde kann beides, den Betrachter mit hineinziehen und ihm zugleich etwas zeigen. Darum ist es ein Modell der Stadt, die das ja auch kann, und hilft, die Stadt zur Sprache zu bringen : Sinnliche Gewissheit, Raum a priori, Anstand und Höflichkeit, Handlungsketten, Scenografie, Chronotopie, Schichtung und Geschichte sind Begriffe, die ich dazu einführen will.

Donnerstag 15.11.12 :
2. Stadt 1789ff : Territorium wird zum Gelände, Linien vs. Schwellen. Sidis Penacook Federation, Jeffersons Land Ordinance 1785, Brotacker-Stadt Frank Lloyd Wrights, die Sitzung am 4. August im Ballhaus Versailles. Repräsentation ist Abbildung, auch als Funktionalismus und Marketing. Dürers Zeichengerät, Gottfried Sempers Polis, Ildefonso Cerdàs Lokomotive im gerasterten Gelände. Ästhetik der Linien und Gitter, und Fotografie, Kinematographie, das Ausstellen.

Donnerstag 29.11.12 :
3. Stadt 1918ff : Stadt mit beschränkter Haftung. Gewinne aus Hoffnung im Netz von Trambahn und Wasserspülung. Ludwig Miës van der Rohe: Wohnen im Atelier, der leere Pavillon, der Weissenhofer Wohnblock. Die Wohnungseinrichtungen von Miës/Lilly Reich und Hans Schmidt. Bonatz Revanche im Kochenhof. Typendiskussion mit Quatremère de Quincy, Paul Schmitthenner und Aldo Rossi. Ästhetik von Behältern, Körpern, Objekten (Kasimir Malewitschs Architektonen u.a.)

Donnerstag 13.12.12 :
4. Stadt 1948ff : Egon Hartmann, Stalinallee und Neuperlach. Ökonomie der Planung und Vorfabrikation. Allianz von Politik, Ökonomie und Funktionalismus. Hypotheken oder Volkseigentum. Schönheit der behaupteten Gleichheit. Freunde als Gespenster: Latte macchiato und Urbanität, oder Ambiente, Gentry und Commons. Ästhetik der Serien, der Stücke, der Vitrinen, dann der Projektoren und Monitore, im Modus des unangekündigten, unerwarteten und interessanten.

Donnerstag 17.01.13 :
5. Kunst in Städten : Zwischen Wahn und Wahl. Das Nebeneinander städtischer und dörflicher Lebensform, in behaupteter Absenz oder nomadischer Präsenz, ohne voneinander zu wissen, im Konflikt, in Wechselwirkung, oder aufeinander folgend. Herbersteins Sesshafte, Mongolisches Zelt, Archäologie am Nabelberg (Çatal Hüyük), auf dem Gabelberg (Göbekli Tepe). Wie Kunst jenseits von Problem-Lösungen eine Wahl darstellt und darum Voraussetzung zum Leben im Gelände wird.

6. Donnerstag 31.01.13 :
En Construcción — Film von Jose Luis Guerin, Barcelona 2002. Eine Dokumentation des Umbaus eines alten Stadtviertels, des Raval, in Barcelona. Der Regisseur beobachtet mit einer Gruppe von Studierenden das Stadtleben, die Baustelle, bis zur Vermietung der Wohnungen im Detail und über die ganze Zeit hinweg. Dabei geht es um die Frage, was das Leben in der Stadt ist, wie die Stadt verändert wird und was daran Architektur sei.

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