Law of the Market. Berlin – Bangalore

The law of the market. Berlin – Bangalore

15 students from the Weißensee Academy of Art Berlin studying visual communication and space strategies and 15 students of the Srishti School of Art, Design & Technology in Bangalore, South India, will present the results of their corporate project on the topic »the Market«. The participants could define »the Market« as specific experience, as an abstract term or as a metaphor for socioeconomic correlations. Photographs, movies, drawings, space installations and actions in the public space emerged. The exhibition shows how artists and designers are able to comment developments concerning the general public and how successfully »pictures« may be opposed to the perception of politicians, planners, and location marketers. »Pictures« which visualize alternative needs and priorities. (Supported by the Goethe-Institut within the program »Germany and India 2011/12«)

Location: Freies Museum Berlin, Potsdamer Straße 91, 10785 Berlin

Opening: June, 2nd, 2012, 6 p.m.

Exhibition: June, 3rd – 17th, 2012, Monday-Saturday 12-7 p.m., Sunday 3-6 p.m., Thursday 12-10 p.m.

«SABH KUCH TERA» Durga Gawde und Yiannis Pappas

Fotografie Installation / Dimension ca 10 m

Menschen nutzen pausenlos ihre Hände, um ihre Arbeit zu verrichten. Es passieren Verletzungen, Narben entstehen und es kommt zum Verschleiß: das Aussehen der Handinnenflächen verändert sich mit der Zeit. Die Wahrsager wollen unser Schicksal aus unseren Handflächen lesen. Mit der Arbeit «Sabh Kuch Tera» versuchen Durga Gawde und Yiannis Pappas, Aberglaube und Statistik zu verschmelzen. Im City Market von Bangalore und in der Markt Halle IX Berlin haben sie die Hände von Arbeitern fotografiert und sie nach ihrem Einkommen befragt. Der Titel der Arbeit bedeutet einerseits »Die Welt ist dein» oder »Die Welt ist 13» – Glück oder Unglück. Es geht den Künstlern um die Frage, auf welche Art wir die Welt wahrnehmen.

«BACK IN 5’» Yiannis Pappas

Video Projektion / 9 min mit Audio

Das Video «Back in 5’» zeigt Ausschnitte aus dem Arbeitsalltag auf dem Blumenmarkt von Bangalore. Von früh Morgens bis spät Abends werden dort Blumen an- und abtransportiert, zu kunstvollen Gebilden arrangiert, aussortiert, gekauft und verkauft. Jede Aktion und jeder Arbeitsschritt folgt scheinbar einstudierten und exakt ausgeführten Bewegungen. Der Künstler Yiannis Pappas dokumentiert die teils schwere, körperliche Arbeit, aber auch die Pausen und spielerischen Momente die über die ökonomische Bestimmung dieses Ortes hinausweisen und greift mit kleinen spielerischen Interventionen in routnierten Abläufe ein. Die Fünf-Minuten-Pause, der wohl “glücklichste” Momente dieser Arbeitstage gibt dem Video seine Zeit vor. In fünf Kapiteln werden Disziplin und Freiheit auf dem Blumenmarkt gezeigt: der Arbeit folgt die Mittagspause, manchmal auch ein Nickerchen oder ein Spiel, sowie der Gang zur Toilette.

«WORK IN PROGRESS» Yiannis Pappas & Kathrin Oberrauch

Video Projektion / 5 min mit Audio

Die Produktion ist in der westlichen Welt ganz von der Oberfläche verschwunden. In Indien findet Herstellung und Verkauf am selben Ort statt. Der Markt ist nicht nur ein Treffpunkt für Käufer und Verkäufern, sondern bittet dem kreativen Schaffen einen Raum. In jeder noch so kleinen Nische findet man arbeitende Hände und Füße. Im Video “Work in Progress” werde verschiedenen ausgeführte Handwerke lexikalisch dokumentier. Durch die geographische Dekontextualisierung erhält das Handwerk einen musealen Charakter.

«Karma & Kaptital. Toyota Car Puja» Kathrin Oberrauch

Video Projektion / 2 min in Loop

In der Videoarbeit «Kapital & Karma» wird der öffentlichen Auftritt des japanischen Unternehmens Toyota in Indien untersucht. Viele der weltweit operierenden Konzerne bedienen sich in ihren Marketingstrategien der Spiritualität und verwenden in ihren Werbeanzeigen religiöse Motive um ihre Produkte besser zu verkaufen. Der Warenfetisch findet durch die sog. „Puja“ – einem hinduistischen Segensritual –  sein religiöse Konzession. Viele Hindus lassen ihre Besitztümer wie Häuser, Haushaltsgeräte, Fernseher oder Laptops von einem Brahmanen weihen um erhoffen sich dadurch Schutz ihrer selbst und ihrer Habseligkeiten. Besonders gerne werden Autos vor ihrer Benützung gesegnet. Viele Autohäuser bieten diese Zeremonien, sog. „Car Puja’s“ direkt vor Ort an.