Macht im öffentlichen Raum

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Architektur Zentrum, lädt der Masterstudiengang Raumstrategien der Kunsthochschule Berlin Weißensee zur  Vortragsreihe Macht im öffentlichen Raum ein. Die Geschichte der Menschheit kann beschrieben werden als eine Geschichte von Einbezogenem, Ausgeschlossenem, als eine von Zentrierung und Streuung. Genau so erzählt sie uns aber auch von Lesbarem und Unleserlichem, von den entstehenden Differenzen. Im Allgemeinen lässt sich vor allem feststellen, dass die Geschichte der Menschheit durchzogen ist von Konflikten in unterschiedlichen Räumen. Wie der Titel von Karl Schlögel proklamiert: “Im Raum lesen wir die Zeit.” Kunst ist vielleicht die wahrhaftigste Augenzeugin der sich in Räumen abspielenden Geschichte. Wie aktuell vorliegende Situationen im öffentlichen Raum aus verschiedenen Blickwinkeln ganz unterschiedlich interpretiert werden können, davon handelt diese Vortragsreihe. Die Vortragsreihe ist Teil des Semesterprojektes: „Markthalle 9, Kreuzberg“.

 

Dazu sprechen die Künstler und Architekten :

02.11.2011 – Aram Bartholl
ist ein Medienkünstler und setzt sich mit der technologisch getriebenen Gesellschaft und dem Spannungsverhältnis des öffentlichen und privaten Raumes auseinander.

09.11.2011 – Brad Downey
Spontaneous Sculptures in Public Space.
Der Amerikanische Künstler produziert situative Skulpturen im öffentlichen Raum.

16.11.2011 – Julius von Bismarck
Seine Arbeiten lassen sich zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie ansiedeln. Sie sind insbesondere Auseinandersetzungen mit der Wahrnehmung, Manipulation und Dokumentation des urbanen Raums.

23.11.2011 – Le Van Bo
Er verwandelt öffentliche Plätze in Wohnzimmer. Le Van Bo ist Erfinder der Hartz IV Möbel und Markenarchitekt bei Dan Pearlman. Konstruieren statt konsumieren.

 

ORT:
Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Köpernicker Straße 48/49, 2. Hof
10179 Berlin

 

Aram Bartholl

Seit 1995 lebt und arbeitet Aram Bartholl in Berlin. Er studierte Architektur an der Universität der Künste UdK Berlin und schloss dort 2001 als Diplom Ingenieur ab. Seine Installationen und Performances sind weltweit in zahlreichen Gallerie- , als auch Museumsausstellungen gezeigt worden. Unter anderem bei der Ars Electronica, Transmediale, TENT Netherlands,  Eyebeam New York, NIMK, Kunstraum Kreuzberg, Skulpturenpark Berlin, Total Museum of Contemporary Art Seoul, FACT Liverpool, Microwave Hong Kong, Weserburg Bremen, The Pace Gallery und das MoMA – Museum of Modern Art New York

 

Brad Downey

Brad Downey´s  Arbeiten lassen sich nicht unbedingt unter den Marketing-freundlichen Begriff der “street art” einordnen, was eine Trennung der zeitgenössischen Kunst von ihrer Geschichte annimmt. Vielmehr ist es voll von witzigen, manchmal bissigen Bezügen zu kunsthistorischen Figuren und Bewegungen. Von Dada über Landart bis zum Minimalismus drängen die Experimente der modernen Skulptur des 20. Jahrhunderts in die Anarchie und das Chaos globalisierter Metropolen des 21. Jahrhunderts wie Berlin , London und Dubai ein. Seine spontanen Skulpturen dauern nur so lange, wie die Öffentlichkeit oder Beamte es zulassen, von 10 Sekunden bis zu wenigen Tagen. Einige könnten möglicherweise sogar noch vorhanden sein. Downey´s Arbeit hat immer eine starken Hang zum Trotz gegen die Bürokratie und die Paranoia, die den öffentlichen Raum regelt.

 

Julius von Bismarck

1983 in Breisach am Rhein geboren und wuchs in Riad (Saudi Arabien), Freiburg und Berlin auf. 2005 studierte er “Visuelle Kommunikation” an der UDK Berlin. 2006 war er Student in der “Digitalen Klasse” bei Prof. Joachim Sauter. 2007 nahm er als Student teil am MFA-Programm des Hunter Collages New York. Seit 2009 studiert er am Institut für Raumexperimente “Klasse Olafur Eliasson”.

 

Le Van Bo (Dipl.-Ing FH)

Le Van Bo ist Markenarchitekt bei Dan Pearlman und Erfinder der sozialen Designinitiative “Hartz IV Möbel”. Seit einem Jahr ruft er seine Möbelgemeinde von Zeit zu Zeit via Facebook und twitter auf, um öffentliche Plätze mit Wohnaccessoires von Zuhause oder selbstgebauten Möbeln heimelig zu machen. Unter dem Motto „Konstruieren statt Konsumieren“ will er Menschen mit wenig Geld, aber gutem Geschmack motivieren selbst Hand anzulegen. Sein Konzept des „Guerilla Lounging“ verwandelt öffentliche Plätze in Wohnzimmer.

 

Weitere Informationen unter:
www.raumstrategien.wordpress.com
www.kh-berlin.de
www.markthalle9.de
www.daz.de